Evtl. Erbkrankheiten

Jeder Hund kann eine oder mehrere Erbkrankheiten tragen und trotz guter und gewissenhafter Selektion der Zuchttiere kann kein Züchter einen Hund "frei von Erbkrankheiten" garantieren.

Eine Trägerschaft für manche Krankheiten/Defekte (CEA / CL / TNS) kann man durch ein Blutabnahme (Gentest) testen lassen, andere wiederum (noch) nicht - die Wissenschaft forscht weiter...

Als mögliche Erbrkankheiten werden hier erwähnt:

Hüftgelenkdysplasie (HD)

Es gibt wohl kaum eine Rasse, die von dieser Krankheit verschont bleibt. HD ist eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke, die in verschiedene Schweregrade eingestuft wird und bei schweren Graden oftmals zu Lahmheit führen kann.
Neben der Vererbung spielen auch andere Faktoren, wie Ernährung und Aufzucht eine entscheidende Rolle. Ein Hund kann frühestens ab einem Alter von 12 Monaten auf HD geröngt werden (ein Vorröntgen ab 6 Monate ist möglich, aber die Aussagekraft ist nicht genügend).

Ellbogendysplasie (ED)

Hierunter versteht man eine Fehl- oder Missbildung des Ellbogengelenks. Die Gelenkbeteiligten Knochen passen - ähnlich wie bei der HD - nicht richtig zusammen.
Bei schnell wachsenden Hunderassen ist die Gefahr einer ED höher und auch hier spielen neben der Vererbung andere Faktoren (Aufzucht, Überlastung, Unfall) eine Rolle.

Collie Eye Anomalie (CEA)

Darunter versteht man eine Reihe von Auffälligkeiten im Auge. Ein geschulter Tierarzt kann diese Krankheit bereits im Welpenalter feststellen. Die CEA kann in seltenen Fällen zu einer Sehbeeinträchtigung führen. In den USA wird mittlerweile ein Gentest für CEA angeboten.
Die meisten Zuchthunde wurden bzw. werden auf ihren Genstatus getestet um eine Verpaarung genau zu planen.
Es werden drei Genotypen eingeteilt: "Normal" (kein CEA-Genträger) / "Carrier" (CEA-Genträger) / "affected" (CEA-befallen).
Hier ist wichtig zu wissen, das eine Verpaarung zwischen CEA-Träger oder affected mit einem CEA-freien Zuchtpartner nach heutigem Wissen keine erkrankten Welpen bringen wird.

Progressive Retina Atrophie (PRA)

Diese Augenkrankheit tritt frühestens im Alter von ca. 1 Jahr ein und führt später zur Erblindung. Sehr viele Hunde bekommen im hohen Alter eine  zunehmende Linsentrübung (Cataracta senilis), die zu abnehmender Sehschärfe und schließlich zu Blindheit führen kann - dies hat aber nichts mit PRA zu tun.

Katarrakt (grauer Star)

Bedeutet eine Eintrübung der normalerweise klaren Linse des Auges. Mit der Eintrübung verliert der Hund das "scharfe sehen". 

Neuronal Ceroid Lipofuscinosis (CL)

CL ist eine Stoffwechselerkrankung, bzw. eine Stoffwechselstörung. Aufgrund dieser Störung wird ein "wachsartiges Abfallprodukt" des Zellstoffwechsels nicht abgebaut, sondern lagert sich in vielen Gewebezellen ein.
Schon im embryonalem Zustand leiden diese Tiere an dieser Krankheit. Befallene Tiere sind bei der Geburt und bis zum Erreichen eines Alters von 15 - 18 Monaten normal. Ein erkrankter Hund hat leider keine allzu lange Lebenserwartung. Zum Glück tritt CL bei Border Collies sehr selten auf.
Auch für diese Krankheit wird ein Gentest angeboten.

Trapped Neudrophil Syndrom (TNS)

Dieser Gendefekt wurde erst "kürzlich" entdeckt. TNS wird wie CEA vererbt (Träger x Träger = affected). TNS-betroffene Welpen leiden an einer Immunschwäche und sterben oft schon beim Züchter. Manche werden allerdings auch älter. Da diese Hunde an anderen Krankheiten sterben und TNS vielen Tierärzten unbekannt ist, wird diese Erbkrankheit oftmals nicht erkannt.
Die Forschung bietet teilweise aber schon einen Gen-Test an, der in den nächsten Monaten wohl bald auch für alle Zuchthunde offen steht.

Epilepsie

Tritt bei manchen Border Collies auf, die Ursache ist meist nicht herauszufinden. Man spricht von primärer Epilepsie (angeboren) oder sekundärer Epilepsie (erworben z.B. durch Trauma).

Taubheit

Kommt gelegentlich bei Border Collies vor (ein - oder beidseitig).

Hodenfehler

kommen vereinzelt bei Border Collies vor. Im Gegensatz zu den meisten erblichen Defekten stellt der Kryptorchismus für den betroffenen Rüden keine Beeinträchtigung dar. Allerdings sollten diese Rüden kastriert werden (kein Zuchteinsatz). 

Im Laufe des Lebens kann jeder Hund an den verschiedensten Krankheiten leiden - genauso wie wir Menschen auch!

Viele Krankheiten lassen sich gut behandeln oder vorbeugend vermeiden.