Einige Infos über Border Collies

Old Hemp (Fotograf unbekannt)

Die Geschichte

Die Heimat der Border Collies ist das Englisch - Schottische Grenzland. Dort entstanden im 16. Jahrhundert Hütehunde, aus denen sich die Collies als Helfer der Schäfer entwickelten. Der ursprüngliche Border Collie wurde im Laufe der Jahrzehnte durch konsequente und gut durchdachte Zuchtauswahl zu einem überragenden Spezialisten für die Hütearbeit. Als Stammvater der modernen Border Collies gilt der 1893 geborene "Old Hemp". Aufgrund seiner hervorragender Fähigkeit, Schafverhalten richtig einzuschätzen, war er als Zuchtrüde sehr begehrt. Angeblich soll er mehr als 200 Nachkommen - und niemals ein Trial verloren haben. Der Border Collie war bis in den 70er Jahren kein anerkannter Rassehund, sondern wurde "nur" im Leistungsregister der ISDS geführt. Einen Rassestandard gab es noch nicht. In diesem "Studbook" werden Hunde registriert, deren Eltern schon eingetragen sind, oder die ein offenes Hütetrial gewinnen. Das äußere Erscheinungsbild ist dabei unwichtig.

Die ersten Border Collies wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts nach Australien und Neuseeland importiert. Anfangs "nur" für die Hütearbeit genutzt, wurde der Wunsch diese Hunde auch auszustellen, groß. 1927 wurde der Rassestandart für Border Collies in Australien geschrieben. Als dort dann auch die Bewegung aufkam, den Border Collie als australische Hunderasse festzulegen, kamen die Briten in Zugzwang: Einerseits wollten sie nicht, das dieser hervorragende Arbeitshund als Ausstellungshund "verkommt" - andererseits konnten sie nicht hinnehmen, das der Border Collie ein ausländischer Hund werden sollte. Mit zweifelhaften Gefühlen wurde man sich 1976 über einen Rassestandart einig, der seitdem kaum geändert wurde.

Seit 1981 führt der Club für Britische Hütehunde e.V. (VDH / FCI) als einziger Zuchtverein in Deutschland das Zuchtbuch für Border Collies.

 

Charaktermerkmale

Dem Rassestandart nach darf ein Border Collie weder aggressiv noch nervös sein. Hier kommt es natürlich auch auf die Erziehung und Sozialisation des einzelnen Hundes an.

Der Border Collie gilt als leicht zu begeisternder Hund. Border Collies können - wenn sie gut geführt und ausgebildet werden - unglaubliche Leistungen in den verschiedensten Aktivitäten erbringen. Sie sind oft "weiche" Hunde - laute Worte und Härte sind bei ihrer Erziehung nicht nötig und nicht wünschenswert: der Border Collie bindet sich sehr eng an seine Menschen und er ist stets bereit und bemüht ihnen zu gefallen ("will to please") und mit ihnen zu arbeiten. Der Border Collie ist ein sowohl körperlich als auch geistig aktiver Hund - man sollte ihm eine "Beschäftigung" bieten. Diese kann ganz unterschiedlich nach Talent und Neigung des Hundes und des Besitzers sein: sämtliche Arten von Hundesport (Agility, Obedience, Flyball...) sind möglich, auch im Mantrailing und bei den Rettungshundestaffeln findet man häufig diese Rasse. Je nach Charaktereigenschaften des einzelnen Hundes können sie auch als Therapiehund ausgebildet werden.

Grundsätzlich gilt: der Border Collie sollte mit Spaß und Begeisterung an eine Ausbildung herangeführt werden - dann arbeitet er auch freudig und konzentriert mit. Andernfalls kann für ihn schon die kleinste Abwechslung ein Grund sein, etwas anderes zu machen.

Zora bei der Hütearbeit

Der Hüteinstinkt des Border Collies

Die Rasse wurde über Jahrhunderte hinweg auf eine stille, konzentrierte und spezielle Hütetechnik, die sich auf verschiedenen Komponenten aufbaut, züchterisch konsequent selektiert. Diese Selektion erklärt auch die optische Rassevielfalt, da es nie wichtig war, wie der Hund aussah, es zählten nur die Arbeitseigenschaften.
Border Collies sind bekannt für ihren fixierenden Blick (Eye), die geduckte Körperhaltung sowie dem typischen „will to please" (dem Willen zu gefallen = Arbeits- und Kooperationsbereitschaft).
Züchterisch wird heute in "Showlinie" und "Arbeitslinie / Hüteleistungslinie" unterschieden - die Selektion der eigenen Zuchthunde sowie die Zuchtziele sind verschieden. Wir informieren Sie hierüber gerne ausführlicher!

 

Der Rassestandart

Ruby im freien Stand

 

Der Border Collie ist eine sehr vielseitige und vielfältige Rasse. Es gibt eine Vielzahl von Farben - die bekannteste ist schwarz-weiß. Auch die Felllänge, der Körperbau und die Größe kann je nach Zuchtlinie sehr unterschiedlich sein. Sportveranstaltungen (Agility, Obedience, Trials) und Ausstellungen (Termine gibt es beim VDH oder beim Club f. Britische Hütehunde) sind eine gute Möglichkeit sich selbst einen Überblick über die verschiedensten Rassetypen zu verschaffen..

Hier erläutern wir den Rassestandart nach FCI (FCI Gruppe 1 / Hüte-u. Treibhunde, Nr. 297)

 

Allgemeine Erscheinung:
Der Border Collie soll wohl proportioniert sein, die geschmeidigen Außenlinien sollen Qualität, Anmut und vollkommene Harmonie in Verbindung mit genügend Substanz zeigen, wodurch der Eindruck entsteht, das der Hund zu ausdauernder Leistung fähig ist. Jegliche Tendenz zu Plumpheit oder Schwäche ist unerwünscht.
Ausdruck:
aufgeweckt, aufmerksam, führig, intelligent, sanft, weder nervös noch aggressiv.
Maßverhältnisse (Proportionen):
Oberkopf und Nasenrücken sollen in etwa gleich lang sein. Der Körper soll im Vergleich zum Stockmaß (Schulterhöhe) etwas länger sein. Ideale Rüdengröße 53 cm - Hündinnen sollten etwas kleiner sein.
Kopf:
Schädel breit mit ausgeprägtem Stop.
Ohren von mittlerer Größe, weit auseinander stehend, aufrecht - oder als Steh-Kipp-Ohr getragen. Ausdrucksvoll und beweglich.
Nasenspiegel schwarz - oder bei braunen/schokoladenfarbenen Hunden braun. Bei "Blauen" sollte sie Schieferfarben sein.
Die Schnauze (Fang) soll sich zur Nase hin verjüngen, mäßig kurz und kräftig sein.
Kräftiges, gleichmäßiges Scherengebiß erwünscht.
Die Augen sollten weit auseinander stehend, oval und von mittlerer Größe sein und braun (bei Blue-Merles auch ein-oder beidseitig blau) mit sanftem, aufgewecktem, aufmerksamen und intelligentem Ausdruck.
Körper:
Der Hals soll von guter Länge, kräftig und muskulös sein. Leicht gewölbt und zu den Schultern hin breiter werdend.
Die Brust ist ziemlich tief, breit und die Rippen gut gewölbt. Von der Seite her gesehen soll die Kruppe anmutig zum Rutenansatz hin verlaufen. Der Körper soll im allgemeinen von athletischem Aussehen sein.
Gliedmaßen:
Die Vorderläufe stehen von vorne gesehen parallel, die Fesseln von der Seite her gesehen leicht schräg gestellt. Schultern gut zurückgelegt, Ellenbogen dicht am Körper anliegend. Die Pfoten sind oval, die Ballen gut gepolstert, Zehen gewölbt und eng aneinander liegend.
Die Oberschenkel sind lang, kräftig und muskulös mit gut angewinkelten Kniegelenken und kräftigen, tief liegenden Sprunggelenken. Die Hinterbeine von hinten gesehen stehen parallel.
Gangwerk:
Die Bewegungen sollen frei fließend und unermüdlich sein. Die Pfoten sollen möglichst wenig abgehoben werden, damit der Hund sich schleichend und mit großer Geschwindigkeit bewegen kann.
Rute:
Das letzte Rutenglied sollte wenigstens bis zum Sprunggelenk reichen. Die typische Border Collie Rute ist tief angesetzt und wird ebenso getragen. Am Ende zeigt sie einen leichten Aufwärtsschwung.
Die tiefe Rutenhaltung ist wichtig bei der Hütearbeit und nur mit ihr zeigt der Border Collie auch im Schauring seine typische Bewegungsart.
Haarkleid:
Zwei Fellvarianten sind erlaubt: eine stockhaarige (Kurzhaar-Border Collie) und eine mäßig lange. Das Deckhaar ist bei beiden Varianten dicht und von mittlerer Textur. Die Unterwolle ist weich und dicht und gibt einen wetterfesten Schutz.
Bei der mäßig-langen Fellvariante bildet das Haarkleid Mähne, Hosen und Fahne. Die Vorderläufe sind gut befedert. Im Gesicht, an den Ohren und an den Hinterläufen vom Sprunggelenk bis zum Boden ist das Fell kurz und glatt.
Farben:
Eine Vielzahl von Farben ist erlaubt wobei weiß nie vorherrschen sollte

 

Jede Abweichung der genannten Punkte soll als „Fehler" angesehen werden wobei deren Gewichtung der Schwere des Fehlers Rechnung tragen soll.

 

Buchempfehlung:
"Das große Border Collie Buch" von Allison Hornsby

"Border Collie" von Rolf C. Franck

 

Bianca u. Marcus Müller

Aubachstr. 110

56567 Neuwied (Germany)

+49 2631 54120
highland-breezes@t-online.de

 

KONTAKT

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2015-2018 Bianca Müller • Highland Breezes Border Collies (VDH/FCI/CfBrH)